Nordische Spezialitäten: Wildbeeren aus Skandinavien

Nordische Spezialitäten: Wildbeeren aus Skandinavien© Johan Willner/imagebank.sweden.se

Von Mitte Juni bis Mitte Oktober dauert die Beerensaison im Norden. Da die Skandinavier die Sommermonate gern in der Natur verbringen, steht Beerenpflücken ganz oben auf der Liste. Und dank des Jedermannsrechts ist dies ja auch so gut wie überall möglich!

Geheime Sammelstellen
Die Wälder sind jetzt voller wilder Beeren. Wer eine Sammelstelle mit besonders leckeren kennt, behält dies ganz gern für sich. Solche Lieblingsstellen werden dann im nächsten Jahr vorfreudig aufgesucht. V. a. die Kinder lieben es, auf der Suche nach den leckeren Früchten durch Wiesen und Wälder zu streifen, mit der Sonne im Gesicht und dem Duft der Wälder in der Nase. Und natürlich wird dabei nicht nur gesammelt, sondern auch jede Menge genascht! Grundsätzlich gilt: Je weiter nördlich, desto später die Reifezeit.

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Wie bei Hänschen im Blaubeerwald
Die Blaubeere, auch Heidelbeere genannt, gehört sicher zu den beliebtesten Beeren. Sie wächst überall gut und wird in großen Mengen gesammelt. Wie bei Elsa Beskows „Hänschen im Blaubeerwald“ bedecken die niedrigen Sträucher weite Teile des Waldbodens. Geerntet wird sie in den Monaten Juli und August. Aufgrund ihres hohen Vitamin-C-Gehalts und ihrer vielen Antioxidantien gilt sie als besonders gesund. Ob roh, als Süßspeise oder Blaubeersuppe verarbeitet, in Marmelade, Mus, Saft oder Likör: die kleinen blauen Beeren sind ein echter Genuss!

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Himbeeren, Brombeeren & Co
Himbeeren wachsen überall, bevorzugt aber in halbschattigen Hanglagen und am Waldrand. Ihre Verwendung ist wie auch hierzulande vielfältig. Kombiniert mit Blaubeermarmelade entsteht die sog. Königinnenmarmelade (auf schwedisch Drottningssylt), die wirklich lecker ist. Brombeeren brauchen ein milderes Klima und sind daher eher in südlicheren Gefilden wie z. B. in Südschweden anzutreffen. Rote und schwarze Johannisbeeren dagegen erweisen sich als ziemlich robust, sie werden auch als Könige des Nordens bezeichnet. Der feine Cassis-Likör wird aus den Schwarzen gewonnen, ansonsten kann man beide zu Marmelade und Gelee verarbeiten. Auch Stachelbeeren wachsen hervorragend im nordischen Klima. Es gibt gelbe, rote und grüne, ihr Geschmack variiert von süß bis sauer. Walderdbeeren sind eher klein, dafür aber sehr aromatisch. Und schwer zu finden. Ihre Sammelstellen werden auf jeden Fall geheim gehalten! In Schweden heißen sie „Smultronställe“. Auch andere Lieblingsplätze werden so bezeichnet.

Scharlachrote Preiselbeeren
Preiselbeeren reichen alle gerne zu Wildgerichten, aber auch zu Fleischklößchen passen sie gut. Die scharlachroten kleinen Beeren hängen an wild wachsenden Heidekrautgewächsen und werden von August bis September geerntet. Zu finden sind sie in Mooren, Kiefernwäldern und bergigen Regionen. Die Preiselbeeren sind sehr vitaminreich, ihr Saft dient u. a. zur Stärkung des Immunsystems. Im Geschmack eher säuerlich werden sie ansonsten zu Marmelade verarbeitet oder roh mit Zucker angerührt.

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Die Skandinavier unter den Beeren
Es gibt aber auch ein paar echt skandinavische Beeren, die nur im hohen Norden zu finden sind. Da wäre z. B. die Moosbeere, die in moorigen Gebieten wächst und daher aufwändig zu ernten ist. Besonders gut schmecken die roten, leicht säuerlichen Beeren nach dem ersten Frost Ende September, Anfang Oktober. Ähnlich wie Preiselbeeren werden sie v. a. zu Wild gegessen. Auch die Steinbeere mit ihren leuchtend roten Früchten wächst auf kalkhaltigem Boden in kühleren Regionen, meist im Gebüsch oder in lichten Wäldern. Aus Steinbeeren wird meist Gelee hergestellt. Arktisches Gold nennt man die im hohen Norden wild wachsende und schwer zu pflückende bernsteinfarbene Moltebeere. Auch ihr werden besonders gesunde Eigenschaften nachgesagt. Saison haben die süß und feinherb zugleich schmeckenden Moltebeeren Ende Juli, Anfang August. Und da wäre noch die Ackerbeere (oder Arktische Brombeere) mit ihrer dunkelroten bis schwarzen Färbung, die es ebenso gerne kühler mag. Sie wächst häufig am Waldrand und ist eher in den nördlichen Gefilden zu finden.

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Unser Liebingsrezept für Blaubeer-Muffins
(aus dem Backbuch von Cynthia Barcomi)

Zutaten A
350 g Mehl
2 TL Backpulver
¼ TL Salz
Zutaten B
125 g Butter
135 g Zucker
½ TL Vanillezucker
2 Eier
125 ml Milch
Und 250 g Blaubeeren

1. Ofen auf 190° C vorheizen. Die Muffinform ausbuttern.
2. Die Butter zerlassen. Mit dem Schneebesen den Zucker und den Vanillezucker unter die heiße Butter rühren, dann Eier und Milch folgen lassen.
3. Die Zutaten A zu den Zutaten B geben, ganz leicht vermischen, dann die Blaubeeren unterheben.
4. Den Teig gleichmäßig auf die Muffinförmchen verteilen.
5. 18 Minuten backen. Garprobe machen.

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